Montagsmanna 20.03.2017

Vergebung – eine Herausforderung!
Von Robert J. Tamasy

Wann haben Sie das letzte Mal jemandem ein begangenes Unrecht vergeben? Wann sind Sie das letzte Mal zu jemandem hingegangen und haben um Vergebung gebeten?

Dies können herausfordernde Fragen sein, denn unter den vielen Dingen, die uns in der heutigen Geschäfts- und Arbeitswelt abverlangt werden, ist die Vergebung oft das Schwierigste. Viele Menschen entscheiden sich sogar dafür, sie vollständig zu umgehen. Wir nähren Groll und Verletzungen statt um Versöhnung zu ringen. Statt um Vergebung zu bitten, ignorieren wir lieber, was wir Schlechtes gesagt oder getan haben, und hoffen, dass die anderen mit der Zeit vergessen.

C.S. Lewis, einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts, fasste dies folgendermaßen zusammen: „Jeder ist der Auffassung, dass Vergebung etwas Gutes ist, bis er selbst etwas hat, das er vergeben muss.“ Nehmen ist sozusagen seliger als Geben.

Erfahrene Berater und Coaches von Führungskräften wissen, dass Vergebung ein immer wiederkehrendes Problem ihrer Klienten ist. Wenn wir es nicht schaffen, zu vergeben, kann das Partnerschaften, Teams und sogar ganze Unternehmen zerstören. Dabei kann es um etwas Banales wie unfreundliche
Worte gehen, um etwas, das wir im Zorn getan haben und später bereuen, oder um das völlige Versagen beim Erfüllen einer wichtigen Verpflichtung.

„Vergeben und vergessen“, das ist leicht gesagt, aber schwer getan. Oft fühlt es sich so an, dass wir jemanden laufen lassen, ohne dass derjenige für seine Schuld bezahlt hat. Lieber entscheiden wir uns dafür, nie zu vergessen, was der andere uns angetan hat. Das Problem dabei ist, dass wir so selbst zu Opfern unserer mangelnden Vergebungsbereitschaft werden. Den Schuldigen ist der Schmerz, den sie uns zugefügt haben, vielleicht gar nicht bewusst, oder es ist ihnen egal, oder wir haben gar keinen Kontakt mehr zu diesen Menschen und keine Gelegenheit zur Versöhnung und Wiederherstellung der
Beziehung.

Wie sollen wir dann vergeben? Die Bibel weiß dazu guten Rat:

Sei bereit, mehr zu vergeben als notwendig. Jesus verwarf den „Auge um Auge“ Rachegedanken. Stattdessen ermahnte Er Seine Nachfolger, in einem Konflikt die „klügere Person“ zu sein. „Ich sage euch aber: Leistet keine Gegenwehr, wenn man euch Böses antut! Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin! Wenn einer dich
vor Gericht bringen will, um dein Hemd zu bekommen, so gib ihm auch noch den Mantel!“ (Matthäus 5,39-40).

Bedenke, wieviel Gott uns vergeben hat. In dem Gebet, das uns Vorbild sein soll, legt Jesus besonderen Wert auf die Vergebung. „Vergib uns unsere Schuld, wie wir denen vergeben, die uns Unrecht getan haben…. Wenn ihr ihnen aber nicht vergeben wollt, dann wird Gott auch eure Schuld nicht vergeben.“ (Matthäus 6,12-15).

Die Weigerung, zu vergeben, kann zu Bitterkeit führen. Auch wenn unsere Gefühle gerechtfertigt sind, kann uns unsere Bereitschaft, zu vergeben, von einer Form „emotionalen Krebses“ befreien. „Mit Bitterkeit, Jähzorn und Wut sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere, und vermeidet jede Feindseligkeit. Seid vielmehr freundlich und barmherzig, und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“ (Epheser 4,31-32).

© 2017. Robert J. Tamasy ist Vizepräsident von Leaders Legacy, Inc., einer gemeinnützigen Organisation in Atlanta, Georgia, USA
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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