Montagsmanna 24.07.2017

Die Bedeutung persönlichen „Spielraums“
Von Rudolf Dainis Smits

Das Wort „Spielraum“ kann in vielerlei Weise angewendet werden. In finanzieller Hinsicht kann es den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust bedeuten. Wenn wir mangels Spielraum Verluste nicht ausgleichen können oder bestimmte Grenzen überschreiten, wenn wir kein Bargeld und keine
Reserven mehr besitzen, entstehen Probleme. Ohne eingebauten Puffer können Ergebnisse Stress verursachen,  schmerzhaft, ja sogar katastrophal sein.

Auch hinsichtlich unserer zeitlichen und persönlichen Ressourcen fühlen viele von uns sich gezwungen, ohne vernünftigen Spielraum auszukommen, denn  viele Dinge werben um unsere Aufmerksamkeit. Volle Zeitpläne, die Familie, die Arbeit, der Dienst in der Gemeinde, anspruchsvolle Ziele, die Geschwindigkeit des Fortschritts, neue Technologien und unser Wunsch nach Erfolg lassen uns emotional, körperlich und finanziell ausgelaugt zurück. Auf der Jagd nach den materiellen Dingen haben wir unsere kognitiven (mentalen und emotionalen) Bedürfnisse geopfert. So haben wir keine freie persönliche Zeit mehr, die für unser Wohlbefinden doch so notwendig wäre.

Dies ist uns häufig gar nicht so bewusst, und dennoch leiden wir darunter. Ein Arzt drückte es einmal so aus: „Keinen Spielraum zu haben bedeutet, dreißig Minuten zu spät in die Arztpraxis zu kommen, weil wir zwanzig Minuten zu spät aus der Bank herausgekommen sind, weil wir die Kinder zehn Minuten zu spät von der Schule abgeholt haben, weil das Benzin zwei Straßen vor der  Tankstelle ausgegangen ist und wir den Geldbeutel vergessen hatten.“ Kommt Ihnen das bekannt vor?

Fortschritt und das Streben nach Erfolg verhindern Spielraum. Wir wollen nachhaltig leben und eine grüne Erde bewahren. Doch wie sieht es mit einem „nachhaltigen“ und „grünen“ Lebensstil aus? Spielraum zu haben bedeutet, zufrieden und entspannt im Schatten des Fortschritts und des angeblichen  „besseren Lebens“ zu leben. Die Bibel lehrt, dass echter innerer Friede der Zufriedenheit bedarf: „… sie versuchen sogar, mit dem Glauben an Jesus Christus Geschäfte zu machen. Dabei ist doch jeder reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat. Denn wir sind ohne Besitz in diese Welt gekommen, und genauso werden wir sie auch wieder verlassen.“ (1. Timotheus 6,5-7).

Wir müssen um Spielraum kämpfen. Meine Arbeit in der Baubranche hat mir gezeigt, dass wir für Unvorhergesehenes, das unvermeidlicher Weise auftreten wird, ausreichend Kontingente benötigen. Auch bei unserer Arbeit,  hinsichtlich unserer Finanzen und hinsichtlich unserer Zeit mit der Familie sollten wir Puffer und zeitliche Spielräume einplanen, um unerwartete Ausgaben und Entwicklungen aufzufangen. Die Schrift rät uns, „Stellt euch vor, jemand möchte einen Turm bauen. Wird er dann nicht vorher die Kosten überschlagen?... Oder stellt euch vor, ein König muss gegen einen anderen König in den Krieg ziehen: Wird er dann nicht vorher mit seinen Beratern überlegen, ob seine Armee mit zehntausend Mann die feindlichen Truppen schlagen kann, die mit zwanzigtausend Mann anrücken?“. (Lukas 14,28+31).

©2017, Rudolf Dainis Smits, Projektmanager Technik und Design bei Hill International, Gründungsmitglied des CBMC Lettland, früher
im Vorstand von Europartners.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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