Montagsmanna 19.02.2018

Echte Ziele – nicht nur Belohnungen
Von Robert J. Tamasy

Welche Faktoren berücksichtigen Sie, wenn Sie sich Ziele setzen? Viele Geschäftsleute sehen Ziele und Ergebnisse als miteinander verwoben an. Ziele können beispielsweise als erwartete Belohnungen formuliert werden. Doch ein solches Denken kann sehr kurzfristig sein.

Max DePree verstarb letztes Jahr, aber seine Weisheit lebt weiter. Er leitete mehrere Jahrzehnte lang den Büroausstatter „Herman Miller“ und hatte sich zum Ziel gesetzt, jedem in dem Unternehmen eine Stimme zu geben. So wurde es für Inklusivität und eine wertschätzende Atmosphäre bekannt. DePree, ein bekannter Geschäftsmann und Autor, stellte fest, dass Ziele und Belohnungen, z.B. materieller Art, nur verschiedene Teile der menschlichen Aktivität seien. Wenn Belohnungen zu Zielen würden, würden wir unserer Arbeit nur zum Teil nachkommen.

Belohnungen können viele verschiedene Formen annehmen, normalerweise sind sie jedoch eigennützig, fokussiert auf bessere Entlohnung, berufliches Vorankommen, Prestige und Macht. Ein Unternehmen kann sich beispielsweise zum Ziel setzen, die Gewinne zu steigern oder den Marktanteil zu vergrößern.

Solche Ziele sind an sich nicht verkehrt, können uns aber davon abhalten, Ziele mit breiterer Wirkung und von größerer Bedeutung zu verfolgen. Beispielsweise anderen zu helfen, beruflich zu wachsen und ihr Potential zu entfalten, auch wenn das bedeutet, dass sie Chancen ergreifen, die sie an ihrer momentanen Anstellung nicht haben. Oder das Unternehmen zu einem geschätzten Nachbarn vor Ort zu machen. Oder Hilfsprogramme zu entwickeln, die Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zugutekommen.

Die Ergebnisse solcher Ziele können dankbar machen, führen aber nicht notwendigerweise zu größerem Profit oder einem höheren Einkommen. Ziele zu setzen, die nichts mit gewünschten Belohnungen zu tun haben, kann sich letztlich sozusagen als noch lohnender herausstellen. Hier sind einige Prinzipien aus dem biblischen Buch der Sprüche, die deutlich machen, dass Geben mindestens so wichtig wie Nehmen ist:

Geben kann sehr befriedigend sein. Manchmal führt Großzügigkeit zu materiellem Ertrag. In jedem Fall ist es befriedigend, anderen helfen zu können. „Manche sind freigebig und werden dabei immer reicher, andere sind geizig und werden arm dabei. Wer anderen Gutes tut, dem geht es selber gut; wer anderen hilft, dem wird geholfen.“ (Sprüche 11,24-25).

Wenn wir anderen dienen, dienen wir Gott. Manchmal denken wir, „jemand sollte diesen Menschen helfen“. Manchmal sind wir die Menschen, von den Gott erwartet, dass sie die benötigte Hilfe leisten. „Wer den Armen etwas gibt, gibt es Gott, und Gott wird es reich belohnen.“. (Sprüche 19,17).

Zielsetzungen außerhalb materieller Belohnungen stellen die Motivation auf den Prüfstand. Bei Zielsetzungen auf der alleinigen Grundlage erwünschter Belohnungen können die Grenzen zwischen richtig und falsch verwischt werden. Ziele, die allein dem Interesse anderer dienen, können helfen, Klarheit über die innere Motivation zu bekommen. „Der Mensch hält das, was er tut, für richtig; aber Gott, der Herr, prüft, warum der Mensch das tut.“ (Sprüche 21,2).

© 2018. Robert J. Tamasy ist Vizepräsident von Leaders Legacy, Inc., einer gemeinnützigen Organisation in Atlanta, Georgia, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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