Montagsmanna 24.09.2018

 

Was von Führungskräften erwartet wird
von Robert J. Tamasy

Die meisten Führungskräfte haben bestimmte Erwartungen. Oft kommunizieren sie mündlich oder schriftlich, was sie von ihren Mitarbeitern erwarten. Sie liefern Stellenbeschreibungen, setzen Ziele und bestimmen die Parameter, wann, wo und wie Aufgaben erledigt werden müssen. Aber wie häufig ziehen wir in Betracht, dass es auch das gute Recht der Mitarbeiter ist, Erwartungen an ihre Führungskräfte zu haben?

Der verstorbene Unternehmer, Manager und Autor Max DePree war der Ansicht, dass jede Führungskraft Antwort geben sollte auf die Fragen: „Was kann ich von Ihnen erwarten? Kann ich mit Ihnen meine Ziele erreichen? Werde ich mit Ihnen mein Potenzial ausschöpfen? Haben Sie sich auf Ihre Führungsrolle vorbereitet? Was sind Ihre Glaubensüberzeugungen?“

Gemeinhin denkt man, dass Mitarbeiter für den Chef da sind, doch in der Literatur findet sich seit einiger Zeit auch die gegenteilige Meinung. Viele angesehene Führungskräfte sagen, dass es ihr tiefer Wunsch sei, dass ihre Mitarbeiter ihr Potenzial bestmöglich zur Entfaltung bringen.

Mein erster Arbeitsplatz war in der Nachtschicht eines lokalen Supermarktes. Ich war für einen bestimmten Gang zuständig, füllte die Regale auf, reinigte den Boden und stellte sicher, dass der Gang für die Einkäufer attraktiv aussah. Joe, der Nachtschichtleiter, hätte die Nacht in seinem Büro verbringen können, doch er arbeitete Nacht für Nacht an unserer Seite.

Eines Nachts fragte ich Joe, warum er uns half, anstatt uns nur Anweisungen zu geben und deren Umsetzung zu überwachen. Seine Antwort war tiefgründig: „Ich werde niemanden um etwas bitten, das ich nicht selbst bereit bin zu tun.“ Dies war meine erste Erfahrung mit dienender Führung, lange bevor der Begriff in Mode kam.

Diese einfache Antwort zeigte mir, dass Joe das Beste für mich und meine Kollegen im Sinn hatte. Die Idee der dienenden Führung findet sich schon bei Jesus Christus, der sagte: „Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden.“ (Matthäus 20,28 und Markus 10,45). Außerdem machte Jesus die seltsame Bemerkung, „und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen.“ (Matthäus 20,27).

Diese Aussagen stammen von Demjenigen, von dem die Bibel sagt, „Denn Christus hat unsere Sünden, ja, die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen; er hat sie gesühnt.“ (1. Johannes 2,2). Das ist zweifellos der Inbegriff dienender Führung. Doch die Bibel sagt noch mehr darüber, wie wir als Führungskräfte anderen dienen sollen.

Führungskräfte, die die Interessen und Bedürfnisse anderer an die erste Stelle setzen, inspirieren ihre Mitarbeitenden dazu, ihr Bestes zu geben, einschließlich ihrer Loyalität. „Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre soll euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil, seid bescheiden, und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern habt das Wohl der anderen im Auge.“ (Philipper 2,3-4).

Jesus sagte, „Geben macht glücklicher als Nehmen.“, denn wenn wir geben, empfangen wir auch. Am Arbeitsplatz bedeutet das häufig, anderen zu dienen, die dann wiederum bereit sind, ihr Bestes für ihre Arbeitgeber zu geben.

© 2018. Robert J. Tamasy ist Vizepräsident von Leaders Legacy, Inc., einer gemeinnützigen Organisation in Atlanta, Georgia, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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