Montagsmanna 22.05.2017

Beruf und Berufung (Teil 2)
Von Rudolf Dainis Smits

Dieses Jahr feiern wir 500 Jahre Reformation, die die Kirche, die westliche Zivilisation und das Verständnis von Berufung revolutionierte. Auch auf die Arbeitswelt wirkte sie sich aus.

Martin Luther forderte die kirchliche Obrigkeit heraus, ihre Ansichten über Glauben, Berufung und Arbeit zu überdenken. Er lehrte, dass jeder Mann und jede Frau von Gott berufen ist. Deshalb sollen wir treu, sorgfältig und mit Würde unsere Arbeit verrichten. Heutzutage erscheint dies selbstverständlich,
doch das war nicht immer so. Unsere Arbeit wird, um was es sich dabei auch handelt, der Gesellschaft und Gott dienen, wenn sie mit Leidenschaft und Hingabe erfolgt.

Luther war der Auffassung, dass Gott an guter Arbeit interessiert sei, dass die Magd, die die Küche fegt, genauso den Willen Gottes tut wie ein betender Mönch, nicht weil sie dabei christliche Lieder singt, sondern weil Gott saubere Böden liebt. Das finden wir in Epheser 2,10 bestätigt: „Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.“

Durch unsere Arbeit liefern wir Produkte und Dienstleistungen und bringen einzelnen Menschen und der ganzen Gesellschaft Gutes. Wenn die Begabungen, Fähigkeiten und Kenntnisse verschiedener Menschen zusammenkommen, liefern wir anderen Menschen Güter und Dienstleistungen und sorgen für unseren Lebensunterhalt. Nicht unser persönlicher Gewinn, sondern exzellente Arbeit bringt uns alle voran. Wo Berufung auf Disziplin, Befähigung und Exzellenz trifft, führt dies zu nachhaltigem Wachstum. Das bringt der Gesellschaft Segen und ehrt Gott.

Die Entdeckung Ihrer Berufung führt zu persönlicher Erfüllung, Freude und Wohlstand. „Darauf können wir vertrauen. Ich will, dass du dies alles mit Nachdruck weitergibst. Denn alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, sollen sich darum bemühen, Gutes zu tun. Das ist nützlich und hilfreich für alle Menschen.“ (Titus 3,8).

Verständnis für unsere Berufung hilft uns, herausragende Leistung zu erbringen und führt uns zur Wahrheit Gottes. „Berufung heißt, dass Gott uns so entschieden zu sich ruft, dass alles, was wir sind, tun und haben mit besonderer Hingabe und als Reaktion auf Sein Wirken an und in uns erfolgt.“ (Os Guiness, Autor und Soziologe).

Verständnis für unsere Berufung garantiert weder Erfolg noch Status, stärkt uns aber, um Schwierigkeiten zu überwinden. Gehorsam Gott gegenüber bedeutet nicht notwendigerweise Erfolg, sondern kann auch zum Misslingen führen. Martin Luther riskierte eine Gefängnisstrafe, als er seine 95 Thesen an das Tor des Wittenberger Schlosses schlug. Er war bereit für seine biblische Lehre, die der kirchlichen Doktrin diametral gegenüberstand, zu sterben. Seine Leidenschaft für die Bibel, ein reines Gewissen und Gehorsam gegenüber Gott ließ ihn standfest bleiben. „Und doch ist es Gott allein, der beides in euch bewirkt: Er schenkt euch den Willen und die Kraft, ihn auch so auszuführen, wie es ihm gefällt.“ (Philipper 2,13). Luthers Hingabe befreite die Kirche, revolutionierte das Verständnis von Berufung und sorgte für die ethische Grundlage, auf der wir heute unsere Arbeit verrichten und Geschäfte tätigen.

©2017, Rudolf Dainis Smits, Projektmanager Technik und Design bei Hill International, Gründungsmitglied des CBMC Lettland, früher im
Vorstand von Europartners.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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