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November 2011
Ein christlich-wirtschaftlicher Kommentar …

Friedbert Gay
Stellvertretender CiW-Vorsitzender

Das Thema Mindestlohn hat in vielen aktuellen Diskussionen in der Öffentlichkeit einen breiten Raum eingenommen.

In allen politischen Parteien, Gewerkschaften und auch in den Kirchen gibt es reichlich Informationsmaterial. Die Argumente Pro oder Kontra sind sehr oft mit Ideologien hinterlegt und mich erstaunt es schon hin und wieder, was selbst in christlichen Kreisen immer wieder zu hören ist. Dabei kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in den realen Diskussionen dann sehr schnell eine Art Ping-Pong-Spiel entsteht, in dem ein Argument durch das Argument von Andersdenkenden erschlagen wird.

Ganz oft würde ich nur allzu gerne fragen, wie verträglich die jeweiligen Argumente mit den Inhalten der Bibel sind. Diese schweigt dazu in keinster Weise. Einige davon möchte ich auflisten, weil sie uns helfen zu verstehen, uns korrigieren und ausrichten.

  • „Unterdrückt und beraubt einander nicht! Wenn ihr jemanden tageweise beschäftigt, müsst ihr ihm jeden Abend seinen Lohn auszahlen.“ (3. Mose 19,13)
  • „Wenn ihr mit einem Ochsen Getreide drescht, dann bindet ihm nicht das Maul zu!“ (5. Mose 25,4)
  • „Weh dem, … der seine Untertanen unentgeltlich arbeiten lässt und sie um den gerechten Lohn bringt.“ (Jeremia 22,13b)
  • „Wer arbeitet soll auch seinen Lohn bekommen.“ (Lukas 10, 7b)
  • „Es ist doch so: Wenn ich eine Arbeit leiste, habe ich Anspruch auf Lohn. Ohne Leistung werde ich nichts bekommen.“ (Römer 4,4)
  • „Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten, und sorgt selbst für euren Lebensunterhalt, so wie wir es euch schon immer aufgetragen haben. Auf diese Weise seid ihr von niemandem abhängig, und die Menschen außerhalb der Gemeinde werden euch achten und vertrauen.“ (1. Thessalonicher 4, 11b - 12)

In Matthäus 20, 1 - 16 finden wir das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Im Gleichnis selbst wird sehr vieles angesprochen, dessen Auslegung ich an dieser Stelle nicht leisten kann. Ich will aber zumindest auf den Tageslohn eingehen, der in vielen Übersetzungen mit einem römischen Denar beziffert wird. Zur Zeit Jesu lebten die meisten Menschen sehr einfach. Die Hauptnahrungsmittel waren Brot, Obst, Gemüse, schon etwas weniger Milch, Eier und sehr viel seltener Fisch oder Fleisch. Für den dort üblichen Tageslohn von einem römischen Denar konnte der Arbeiter dann zwölf Brote kaufen, also mehr als er für den Tag brauchte. Somit konnte er sich sogar darüber hinaus versorgen und menschenwürdig leben. Übertragen zeigt das Gleichnis die Definition eines Lohnsystems, in dem auch dem Schwächsten nicht das vorenthalten wurde, was er zum Leben brauchte. War das nicht etwa eine Art von Lohnuntergrenze, also ein Mindestlohn?

Müssen wir nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Tarifautonomie in bestimmten Bereichen einfach nicht funktioniert? Nun wird postuliert, dass der Staat nicht das Recht hat, in die Tarifautonomie einzugreifen. Nach Römer 13 führt die Obrigkeit das "Schwert", um für Ordnung zu sorgen. In der Schul-, Verkehrs- und Sozialgesetzgebung hat der Staat dies längst getan. Hat der Staat (Obrigkeit) beim Mindestlohn nicht sogar die Pflicht, ordnungspolitisch einzugreifen? Deshalb sollte er Regeln einführen, damit die soziale Marktwirtschaft wieder funktionieren kann. Das ist doch auch bei den Finanzmärkten so, die wir in die Freiheit entlassen haben und jetzt merken, dass es so nicht funktioniert. Wenn etwas nicht mehr funktioniert wie ursprünglich angedacht, dann ist der Gesetzgeber aufgerufen, zu handeln.

Dass rund 1,2 Mio. Menschen einen Stundenlohn von unter 5,- Euro bekommen und ca. 300.000 Menschen trotz Vollzeitarbeit auf Hartz IV angewiesen sind, stört mich mächtig. In einer katholischen Verlautbarung aus dem Jahre 1891 kann man lesen, dass es eine „natürliche Gerechtigkeit“ sei, „dass der Lohn nicht etwa so niedrig sei, dass er einem genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter den Lebensunterhalt nicht abwirft“. Das heißt ja nichts anderes, als dass man von seiner Arbeit leben können muss.

Menschen, die in Deutschland von ihrer Arbeit nicht leben können, werden von der Allgemeinheit gestützt (Hartz IV). Ist es aber letzten Endes nicht so, dass damit nicht der betroffene Mensch selbst, sondern sogar das Unternehmen (das sich womöglich keinen höheren Lohn leisten kann) subventioniert wird? Diese Frage muss man stellen dürfen.

Müsste man nicht endlich einmal fragen, ob hier ein Unternehmer den eigenen Gewinn oder Lebensunterhalt auf Kosten von Menschen bestreitet, die ihren eigenen Lebensunterhalt nicht bestreiten können? Ist so etwas ein funktionierendes Geschäftsmodell? Ist diese Art von Modell ethisch zulässig? Vor Gott verantworten muss das natürlich jeder selbst. Aber schon zu Luthers Zeiten wetterte dieser gegen solche Machenschaften: "Es passt sich aber nicht, dass einer auf des andern Arbeit hin müßig geht, reich ist und wohllebt, während es dem Arbeitenden übel geht, wie es jetzt die verkehrte Gewohnheit ist."

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich jedoch in unserer Gesellschaft immer mehr und die soziale Marktwirtschaft ist in Marktwirtschaft verkommen. Es geht aber für uns bei „Christen in der Wirtschaft“ darum, dass Jesus Christus in den Unternehmen auch in diesen Bereich unseres Lebens hinein sprechen darf, dass wir ihn dazu einladen, uns zu leiten und uns unsere soziale Verantwortung und Möglichkeiten zu zeigen. Mit „Wirtschaften auf biblischer Grundlage“ (WiBi) wollen wir dazu einen aktiven Beitrag leisten.

Ich wünsche mir und Euch/ Ihnen den Mut, Entscheidungen zu treffen und in eine Richtung zu gehen, in der wir Jesus Christus durch unseren Alltag ehren und wir Lebenszeichen für andere Menschen sein können.

Ich grüße Euch/ Sie ganz herzlich aus dem "Badischen"

Friedbert Gay

Weihnachts-Wohlfahrtsmarken 2011 "Anderen helfen"

Vergößern der Markenansicht per Mausklick auf das Bild

Für Ihre ganz besondere Weihnachtspost bieten wir auch in diesem Jahr wieder die Wohlfahrtsmarken der Diakonie an.

Bestellen Sie bei uns Briefmarken, die Ihren Postempfängern eine Freude bereiten und zeigen, dass Sie helfen. Mit dem Kauf unterstützen Sie die CiW-Arbeit.

Passend zum Thema "Anderen helfen" sind in diesem Jahr wunderschöne Marken mit St. Martin und St. Nikolaus entstanden, die Ihre Weihnachtspost zu etwas Besonderem machen.

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Senden Sie einfach bis zum 30.11.2011 eine E-Mail mit Ihrer Bestellung an info@ciw.de mit der Angabe von Titel, Anzahl und Wert der gewünschten Marken.

CiW-Tag mit Mitgliederversammlung am 10. März 2012 in Frankfurt/Main

Referent: Daniel Hoster

Unter dem Thema "Einfach vom Glauben Reden" findet am 10. März 2012 von 10:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Kolping-Hotel in Frankfurt/Main der CiW-Tag 2012 mit Mitgliederversammlung statt.

Als CiW-Mitglied sollten Sie diesen Termin schon einmal fest in Ihrem Terminkalender vormerken.

Vormittags hören Sie einen Vortrag von Daniel Hoster, Managing Director und Head Strategic Clients im Private Wealth Management der Deutsche Bank AG.

Und am Nachmittag findet dann unsere jährliche Mitgliederversammlung statt, u.a. mit Vorstandswahlen, der Verabschiedung unseres Geschäftsführers Timo Plutschinski und der Vorstellung seines Nachfolgers.

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

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Haben Sie Erfahrung als Unternehmer, Existenzgründer oder im Business Management? Sprechen Sie mit uns, wie Sie damit einheimische Gemeinden unterstützen können, in China und darüber hinaus.

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Impulstag des Kongresses christlicher Führungskräfte am 21. Januar 2012

Unternehmer und Führungskräfte aus allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft sind herzlich eingeladen zum Impulstag des Kongress christlicher Führungskräfte am Samstag, den 21. Januar 2012 im Neuen Rathaus in Leipzig.

Impulsgeber zum Thema „Mit Werten in Führung gehen“ sind u.a. der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff und der Gründer der Spiele Max AG, Wilfried Franz. Es wird auch ausreichend Zeit sein zu Begegnungen und zum Austausch.

Lassen Sie sich ermutigen, auch im beruflichen Leben auf dem Fundament christlicher Werte zu bauen.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie auf der Website des Führungskräftekongresses. Um Anmeldung wird gebeten.

Europartners-Konferenz 08.-12. Februar 2012 in Jerusalem

Zum 4. Mal findet die Europartners-Jahreskonferenz in Jerusalem statt, diesmal mit einem ganz besonderen Event: Nach 10 Jahren der Präsidentschaft gibt Dominique Faessler den Stab an seinen Nachfolger Timo Plutschinski weiter. Eine Gelegenheit den Generationswechsel gebührend zu feiern, sich an einem besonderen Ort segnen und von zahlreichen Sprechern inspirieren zu lassen.

Referenten werden sein:
John D. Beckett (USA)
Andrew Tucker (Niederlande)
Rabbi Chaim Eisen (Israel)
Johannes Gerloff (Deutschland / Israel)
Bob Milligan (USA)
Rev. Avi Mizrachi (Israel)

Veranstaltungsort:
Kibbutz Ramat Rachel Hotel

Nähere Infos zur Konferenz, zur anschließenden optional buchbaren Galiläa-Tour vom 12.-16.02.2012 und zur Anmeldung finden Sie hier.

Anmeldeschluss ist der 31.12.2011.

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Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. (Lukas 12,31)

Als CiW ist es unser großes Anliegen, auf verschiedenste Art und Weise Menschen in der Geschäftswelt mit dem Evangelium bekannt zu machen, sie geistlich zu begleiten, für sie zu beten und im Wirtschaftsalltag das Vertrauen auf Jesus zu stärken.
 
Viele Menschen kommen zu uns, die ein offenes Ohr suchen, Kontakte benötigen, ihr Herz ausschütten und um Perspektiven für ihr berufliches oder privates Leben ringen.
 
Darum ist es wichtig, Präsenz zu zeigen. In Veranstaltungen und Publikationen. In Vorträgen und Einzelgesprächen. In wirtschaftlichen und in geistlichen Fragen.
 
Wir können aber diese vielfältige Arbeit im Verband nur tun, wenn auch die finanzielle Basis da ist.

Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung, im Gebet wie finanziell. Wir wollen vertrauen, dass ER alles schenkt, was wir brauchen, um Menschen ein Lebenszeichen zu sein und ihn durch uns wirken zu lassen.

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