Europa nicht allein den Politikern überlassen
Kirchen und Freikirchen müssen dafür sorgen, dass Europa nicht nur von der Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt wird. „Europa – das dürfen wir nicht allein den Politikern überlassen,“ sagte der Präsident der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), Hans Guderian (Berlin), bei einem Treffen leitender EBF-Mitarbeiter in Prag. Die tschechische Hauptstadt ist Sitz des Dachverbands von 57 Baptistenbünden mit 850.000 Mitgliedern in Europa und dem Nahen Osten.
Wenn sich die Kirchen über Grenzen hinweg engagierten, könne der Gefahr eines neuen „Nationalismus“ gewehrt werden, so Guderian. „Wir müssen uns gegenseitig erzählen, wie gut uns Europa tut.“ Man könne nicht länger davon ausgehen, dass in den Kirchengemeinden das Wissen vorhanden sei, welche Vorteile eine Kontaktaufnahme über Ländergrenzen hinweg bringe.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sei für Politiker wie Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) und den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (1890-1970) die Aussöhnung ihrer Völker ein Herzensanliegen gewesen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 sei es den Menschen in Ost und West darum gegangen, sich auf der Basis von Freiheit und Demokratie besser kennenzulernen.
Doch heute sei dieses Bewusstsein verlorengegangen. „Frieden, Versöhnung, Gemeinschaft – das sind wichtige Werte, für die wir immer wieder neu eintreten müssen“, mahnte Guderian. Sie müssten an der Gemeindebasis gelebt werden. Er regte an, mehr Gemeindepartnerschaften über Ländergrenzen hinweg ins Leben zu rufen. Hilfreich seien auch internationale Begegnungstreffen in den Ferien, damit Christen einen Blick dafür erhalten, wie Gott in anderen Nationen wirke.
idea
