Kirchliches Marketing: Dankesbriefe an Mitglieder
533.000 Berliner Haushalte erhalten am 3. Januar Post von der evangelischen Kirche. In dem Brief bedankt sich die neue Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein bei knapp 700.000 Bürgern, dass sie der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die Treue halten. Wörtlich heißt es: „Keine Frage: Als evangelische Christen sind wir in und um Berlin in der Minderheit. Aber wir stehen auf festem Grund. Und dank Ihrer Unterstützung wirken wir weit in die Gesellschaft hinein, besuchen Einsame, betreuen Kinder, helfen Obdachlosen. So hinterlassen wir Spuren aus Glaube, Liebe und Hoffnung.“
Dem Brief beigelegt ist eine Karte mit dem Bibelwort „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9). Wie Trautwein gegenüber Journalisten sagte, stehe die evangelische Kirche mit 10 bis 20 Prozent ihrer Mitglieder in engerem Kontakt. Mit dem Brief wolle man auch die anderen 80 Prozent erreichen.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 200.000 Euro und werden von den zwölf Kirchenkreisen des Sprengels Berlin getragen. Trautwein zufolge ist das Geld gut angelegt. Die Aktion zeige den Mitgliedern, dass sie der Kirche wichtig sind. Trautwein: „Auf diese Weise entdecken Menschen neu, dass sie zur großen Gemeinschaft der Kirche gehören.“ Der Brief solle auch neugierig darauf machen, den christlichen Glauben im Alltag zu leben. Interessierte können telefonisch unter 030/2434411 sowie im Internet unter www.willkommen-in-der-kirche.de weitere Informationen erhalten.
Erstmals hatte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Jahr 2009 einen Brief an ihre Mitglieder verschickt. Nach Angaben der Kirche gab es darauf etwa 1.000 Reaktionen per Telefon, E-Mail und Post. 65 Prozent hätten sich für den Brief bedankt, etwa 30 Prozent hätten weitere Informationen gewünscht und etwa fünf Prozent hätten sich beschwert. Kritik habe es vor allem an den Kosten der Aktion gegeben, so der Pressesprecher Volker Jastrzembski. Die Kirche hat 1,1 Millionen Mitglieder. Im Jahr 2010 standen 1.597 Eintritten 9.759 Austritte gegenüber. Als Bischof amtiert Markus Dröge.
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