12.11.2014

Unternehmensberater Barrenstein: Pfarrer nach Leistung bezahlen

Peter Barrenstein überträgt Wirtschaftsmethoden auf die Kirche. Foto: epv

Der langjährige McKinsey-Berater Peter Barrenstein hat angeregt, Pfarrer nach Leistung zu bezahlen. Erfolgreiche Pfarrer sollten mehr Gehalt bekommen «oder eine reizvolle Aufgabe», sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer der «Zeit»-Beilage «Christ und Welt». Pfarrer müssten wissen, wo sie mit ihrer Leistung stehen.

Ein Pfarrer erhalte nur selten direkte Rückmeldung, ob die Predigt gut oder schlecht eingestuft wird, argumentiert Barrenstein, der Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist: «Er spürt es nur indirekt, wenn zu seinen Gottesdiensten weniger Menschen kommen.» Dabei könne er sich damit trösten, dass der Zeitgeist den Kirchen ins Gesicht wehe. Anders als die Kirchen achte die Wirtschaft darauf, «gute Leute zu fördern und Leistungsbereitschaft zu belohnen».

Barrenstein widersprach Darstellungen aus der Pfarrerschaft, in der Kirche gebe es Reformstress. Nach seiner Beobachtung gibt es auf den unteren kirchlichen Ebenen «ein lähmendes Moment». Einem Unternehmer würden die Kunden davon laufen, wenn er sich für Anpassungen soviel Zeit nähme.

Kirchenaustritte und den Rückgang des kirchlichen Lebens hält Barrenstein für wesentlich «hausgemacht». Fast in der gesamten Welt wachse das Christentum. In Europa, wo die Zahl der Christen sinke, könnten die Kirchen vieles besser machen. Taufen, Trauungen, Beerdigungen als Angebote, mit denen die Kirche bei den Menschen ist, könnten gewinnender gestaltet werden. Auch unternähmen die Kirchen fast nichts, um Ausgetretene wieder als Mitglieder zu gewinnen.

epd