US-Pastor fordert Mut zur Entlassung von Gemeindemitarbeitern
Kirchengemeinden brauchen nach Ansicht des US-amerikanischen Pastors Bill Hybels mehr Mut, sich von Mitarbeitern zu trennen, die ihre Aufgabe nicht erfüllen. Wer als Mitarbeiter fortgesetzt schlechte Stimmung verbreite, zu wenig Leistung bringe oder von seiner Aufgabe dauerhaft überfordert sei, müsse in einer Gemeinde von seinem Posten entfernt werden, sagte Hybels in Stuttgart vor 7.500 Teilnehmern des christlichen Willow-Creek-Leitungskongresses. Hybels leitet bei Chicago die von ihm vor 36 Jahren gegründete Willow-Creek-Gemeinde, deren Veranstaltungen am Wochenende von bis zu 25.000 Menschen besucht werden.
Der US-Amerikaner empfahl Christen in Deutschland, Probleme in der Gemeinde klarer zu benennen und engagierter zu lösen. Die Deutschen schafften in Hochtechnologie und Bildung beste Ergebnisse - dieses Denken sollten sie auch auf die Gemeindearbeit übertragen.
Hybels erinnerte daran, dass es vor 15 Jahren zum ersten Mal einen Willow-Kongress in Deutschland gegeben habe. Er wünschte sich, dass sich inzwischen mehr im Land verändert hätte. Dazu gehöre aber, dass man im christlichen Umfeld Probleme beim Namen nenne und nicht mit den Begriffen "Liebe" und "Gnade" zudecke.
Die Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago hat 9.000 Mitglieder, bis zu 25.000 Gottesdienstbesucher und ein Jahresbudget von 40 Millionen Dollar. An Willow-Creek-Kongressen in Deutschland haben bereits über 100.000 Menschen teilgenommen.
epd
