Montagsmanna 12.11.2018

 

Die Macht des Zuhörens
Von Jim Mathis

Als meine Frau und ich 1996 unsere Tätigkeit bei CBMC aufnahmen, gab uns unser Berater, Ted Hubbard, einen Fünf- Jahres-Plan. Er empfahl mir, im ersten Jahr nur zuzuhören und so viele Menschen wie möglich kennen zu lernen.

Für das zweite Jahr empfahl mir Ted dasselbe, nur sollte ich noch mehr Nachbohren. Im dritten Jahr sollte ich mir – so sein Vorschlag - aus dem Gehörten ein Bild machen. Im vierten Jahr konnte ich nach Teds Rat damit beginnen, einen Plan zu machen, welchen ich dann ab dem fünften Jahr umsetzen sollte.

Vielen von uns geht so ein Plan gegen den Strich. Wir müssen doch etwas tun! Aber ich stellte fest, dass Ted Hubbards Rat weise war, den Menschen gut zuzuhören, über das Gehörte ernsthaft nachzudenken und dann erst einen Handlungsplan zu entwickeln.

Was ich in diesen drei Jahren am häufigsten zu hören bekam, war, dass die Menschen sich einsam fühlten. Sie brauchten einen Ort, an dem sie ohne Erwartungen und Verpflichtungen „herumhängen“ konnten. Sie wollten einen Ort, an dem sie mit Freunden über Spiritualität, Kultur, Kunst und Musik ins Gespräch kommen konnten. Kurz gesagt, einen Treffpunkt, von dem aus Licht in das Umfeld strahlen würde.

Dies brachte uns dazu, 2001 „Homer’s Coffee House“ zu eröffnen. Siebzehn Jahre später floriert es immer noch und viele Leute sagen, dass es die Wirtschaft in der Gegend angekurbelt hätte. Dieses starke Wirtschaftswachstum wird zum großen Teil auf das Café zurückgeführt, in dem sich Menschen treffen und über ihre Hoffnung für die Gegend sprechen.

Seit 2008 ist es allerdings in anderen Händen, weil ich mich wieder der Fotografie widmen wollte. Auch hierbei war mir Teds Rat eine große Hilfe.

Wenn Firmen neue Manager oder Geschäftsführer an Bord holen und erwarten, dass sofort alles anders wird, muss ich an diesen Prozess des Zuhörens und Abwartens denken. Wenn sie in einem halben Jahr keine bedeutenden Veränderungen bewirkt haben, sind sie schnell wieder draußen. Doch effektive Führung schließt Zuhören und Fürsorge mit ein.

Hier nur einige bedenkenswerte Bibelstellen zum Thema:

Die feine Kunst, still zu sein. Es ist schwer, den Menschen zuzuhören, wenn wir selbst ständig reden. „Wer klug ist, überlegt sich, was er sagt; aber ein Narr spricht vorschnell und richtet Schaden an.“ (Sprüche 10,14).

Sprechen und zuhören zur rechten Zeit. Ein Grund dafür, warum es uns schwerfällt, zuzuhören, ist, dass wir uns schon darauf konzentrieren, was wir als Nächstes sagen wollen. Wenn wir uns die Zeit nehmen, aktiv zuzuhören, kann es sein, dass wir merken, dass das, was wir sagen wollten, falsch war, oder dass wir gar nichts sagen müssen. „Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!“ (Jakobus 1,19).

Zwei Ohren zum Hören, ein Mund zum Reden. Vielleicht hat uns Gott deshalb zwei Ohren und nur einen Mund gegeben, weil Er will, dass wir zweimal soviel Zeit mit Zuhören als mit Reden verbringen. „Gott hat uns Augen gegeben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören.“ (Sprüche 20,12). „Wer antwortet, bevor er überhaupt zugehört hat, zeigt seine Dummheit und macht sich lächerlich.“ (Sprüche 18,13).

Jim Mathis besitzt in Overland Park, Kansas, ein Fotostudio und betreibt eine Schule für Fotografie
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBMC INT ERNAT IONA L: Jim Firnstahl, President. Tel.: +1 402 431 0002 - Fax: +1 402 431 1749 Address: 1065 N. 115th Street, Suite 210,
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