Zeit zum „Umtopfen“? (Jim Mathis)

11.02.2019

Die Pflege von Pflanzen ist nicht immer einfach.

Wenn Pflanzen über ihre Wurzeln nicht genügend Nährstoffe und Feuchtigkeit aufnehmen können, lassen sie bald die Blätter hängen.

Oft besteht die Lösung dann ganz einfach darin, sie umzutopfen, so dass sie in dem neuen Umfeld gesund sind und wachsen.

Interessanterweise trifft das nicht nur auf Pflanzen, sondern auch auf Menschen zu. Im Laufe meines Lebens wurde ich mehrere Male entwurzelt und wieder neu eingepflanzt, „umgetopft“ sozusagen. Jedes Mal erwies es sich zu meinem eigenen Vorteil, zum Beispiel als ich mein Elternhaus verließ und ans College ging. Das alte Umfeld war nicht schlecht gewesen, aber der neue, fruchtbare Nährboden ließ mich aufblühen.

Auch die Gründung meines Geschäftes vor 44 Jahren war wie ein neuer Garten für mich. Jedes Mal, wenn ich in meinem Leben nicht mehr wachsen konnte oder bildhaft gesprochen sogar ein paar Blätter lassen musste, war es belebend, in einen größeren Topf umgetopft zu werden.

Vor ungefähr sechs Jahren entschied ich mich, mein Geschäft erneut umzutopfen und mich auf die Wiederherstellung alter Fotografien zu verlegen. Eine völlig neue Welt mit neuen Werkzeugen und Techniken, die mich befähigten, alte Fotografien wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, erschloss sich mir.

Dieser Vorgang des „Umtopfens“ macht es manchmal erforderlich, Gewohntes zu verlassen und etwas Neues zu probieren. Manche Menschen kommen mit Veränderungen besser zurecht als andere, aber für praktisch jeden von uns sind Veränderungen von Zeit zu Zeit unabwendbar und notwendig. Wie eine Pflanze eingeht, wenn sie nicht umgetopft wird, wird auch unser berufliches und persönliches Wachstum gehemmt, wenn wir das Risiko notwendiger Veränderungen nicht eingehen wolllen.

Dies ist auch für unser geistliches Leben zutreffend. Letztes Jahr haben meine Frau und ich die Gemeinde gewechselt. Wir waren 35 Jahre lang Mitglieder in unserer alten Gemeinde, und nach viel Gebet und Überlegen entschieden wir uns fürs Umtopfen. Ein neues Umfeld mit anderen Menschen, mit denen wir Gottesdienst feiern und miteinander unterwegs sind, war das, was wir gebraucht haben, um unsere Beziehung zu Gott neu zu entfachen.

Doch geistliches Umtopfen kann auch anders aussehen, zum Beispiel dass man sich jeden Tag eine persönliche Auszeit mit Gott nimmt, oder dies auf eine andere Art und Weise tut als bisher.

In Sprüche 27,17 heißt es, „Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.“ Gott will nicht, dass unser Glaubensleben losgelöst von anderen Menschen stattfindet. So wie die Organe eines menschlichen Körpers hinsichtlich Gesundheit, Wachstum und Stärke voneinander abhängen, müssen wir sicherstellen, dass wir eng mit den anderen Gemeindemitgliedern verbunden bleiben, die die Bibel als „Leib Christi“ bezeichnet.

Eine weitere Bibelstelle, Hebräer 10,24-25, ermahnt uns, „Lasst uns aufeinander achten! Wir wollen uns zu gegenseitiger Liebe ermutigen und einander anspornen, Gutes zu tun. Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben.“ Wenn wir mit anderen Gläubigen zusammenkommen, besonders mit solchen, die in ihrem Glauben schon reifer sind, können wir von ihnen lernen und weisen, biblischen Rat bekommen. Wenn Sie so jemanden nicht haben, könnte es Zeit zum „Umtopfen“ sein.

Jim Mathis besitzt in Overland Park, Kansas, ein Fotostudio und betreibt eine Schule für Fotografie

Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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