Gefährliche Isolation (Ken Korkow)

10.06.2019

Vor Jahren waren bei uns in Nebraska Pferderennen ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis, wo jeder hinging, der etwas auf sich hielt. Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Auf ähnliche Art und Weise war es früher üblich, in die Kirche zu gehen. Für Menschen, die im Geschäftsleben erfolgreich sein wollten, war es sogar geradezu ein Muss. Dies ist heutzutage nicht mehr der Fall.

Die „neue Norm“ besteht in einem Umfeld, das immer weniger Wert auf echte Beziehungen legt. Stattdessen erleben wir eine Gesellschaft isolierter und einsamer Menschen mit oberflächlichen Beziehungen. Wir kennen uns vielleicht beim Namen und interagieren wenn nötig, aber wir verbringen wenig bedeutsame Zeit miteinander – zum gegenseitigen Nachteil.

Kürzlich las ich in der Bibel eine lebhafte Beschreibung, wie Beziehungen funktionieren sollten, wobei rein oberflächlicher Kontakt abgelehnt wird. In Apostelgeschichte 2,42–47 wird bildlich beschrieben, wie die frühe Kirche funktionierte: „Alle, die zum Glauben an Christus gefunden hatten, ließen sich regelmäßig von den Aposteln unterweisen und lebten in enger Gemeinschaft. Sie feierten das Abendmahl und beteten miteinander. Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott erfüllte alle Menschen in Jerusalem, und er wirkte durch die Apostel viele Zeichen und Wunder. Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. Wenn es an irgendetwas fehlte, war jeder gerne bereit, ein Grundstück oder anderen Besitz zu verkaufen und mit dem Geld den Notleidenden in der Gemeinde zu helfen. Tag für Tag kamen die Gläubigen einmütig im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu den gemeinsamen Mahlzeiten Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete.

Nun könnten wir versucht sein, dies nur auf religiöse Versammlungen zu beziehen. In Wirklichkeit geht es aber um das Alltagsleben, um Menschen, die miteinander das Leben und, wo notwendig, auch materiellen Besitz teilen. Meiner Ansicht nach gelten diese Prinzipien auch für die Geschäftsund Arbeitswelt, wo viele von uns jede Woche viel Zeit verbringen. Wenn Sie diese Tendenz zu Isolation und Oberflächlichkeit bemerken, warten Sie nicht darauf, dass andere den Teufelskreis durchbrechen. Werden Sie selbst aktiv! Laden Sie Menschen zu sich nach Hause zum Essen ein. Und seien Sie bereit, Fragen zu stellen, die Ihnen helfen, ihren Hintergrund und ihre Prägung zu verstehen, ihre Denkweise, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte. Hier einige Fragen, die ich hilfreich finde, um Menschen kennenzulernen und Freundschaften zu schließen:
Wo sind Sie geboren? Welchen Beruf hatten Ihre Eltern oder Verwandten? Mussten Sie oft umziehen? Auf welcher Universität haben Sie studiert? Wie war das? Was haben Sie danach gemacht? Wohnen Ihre Verwandten weit weg? Stehen Sie sich nahe? Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit? Was nicht? Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Beziehungen sind einfach. Um Freunde zu finden… müssen Sie selber ein Freund sein. Der Apostel Paulus schrieb, „Aus Liebe zu euch waren wir nicht nur dazu bereit, euch Gottes rettende Botschaft zu verkünden, sondern auch unser ganzes Leben mit euch zu teilen. So sehr hatten wir euch liebgewonnen.“ (1. Thessalonicher 2,8).

Ken Korkow lebt in Omaha, Nebraska, USA, wo er als Regionalleiter für die CBMC tätig ist, die die Montags Mannas herausgibt.
Mit freundlicher Genehmigung.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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