Gib dein Bestes – auch für den schlechtesten Job (Robert J. Tamasy)

28.10.2019

Was war der schlechteste Job, den Sie jemals hatten? Darunter kann man natürlich Unterschiedliches verstehen, aber bestimmt fallen jedem von uns ein oder zwei Jobs ein, die wir absolut gehasst haben. Für mich waren das kurze Tätigkeiten (für jeweils zwei bis drei Tage) als Verkäufer, einmal für Staubsauger, und einmal ging ich von Tür zu Tür, um Enzyklopädien zu verkaufen.


Wie Sie sich denken können, ist beides schon lange her, denn heutzutage bekommt man alles im Internet. Und wer kauft heutzutage noch Enzyklopädien? Wer stellt sich noch kostspielige, schwere Bücher ins Regal, wenn die benötigten Informationen dank Google und anderer Suchmaschinen nur einen Mausklick entfernt sind?

Ich hasste diese Jobs, weil ich kein Verkäufer bin. Für mich als introvertierter Mensch hatte es keinerlei Reiz, fremden Menschen Dinge zu verkaufen, die sie wahrscheinlich weder wollten noch brauchten. Extrovertierte Verkäufer hätten die Jobs wahrscheinlich geliebt, vor allem wenn sie mit gutem Verdienst verbunden gewesen wären.

Doch was, wenn wir Arbeit verrichten müssen, die weder schön noch spannend ist? Ich hörte einmal von einem Mann, der öffentliche Toiletten reinigte. Sicher wächst niemand mit dem Ziel auf, einer solchen Tätigkeit nachzugehen. Dennoch äußerte dieser Mann, dass seine Arbeit zwar nicht angenehm sei, er aber dennoch Freude darin fände, weil er jeden Tag mit dem innigen Wunsch beginne, Gott durch seine Tätigkeit zu ehren.

Als ich diese Geschichte hörte, musste ich an die Nachfolger Jesu Christi in der antiken Stadt Kolossä denken. Viele von ihnen hatten recht stumpfsinnige Jobs, z.B. misteten sie tagtäglich Pferdeställe aus. Und dennoch schrieb der Apostel Paulus in seinem Mahnbrief an diese Gläubigen: „All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken … Ihr Sklaven, gehorcht in allem euren irdischen Herren! Tut dies nicht nur, wenn sie euch dabei beobachten und ihr von ihnen anerkannt werden wollt. Verrichtet eure Arbeit aufrichtig und in Ehrfurcht vor Christus, dem Herrn im Himmel. Denkt bei allem daran, dass ihr letztlich für ihn und nicht für die Menschen arbeitet. Als Lohn dafür wird er euch das Erbe geben, das er versprochen hat. Das wisst ihr ja. Denn Jesus Christus ist euer wahrer Herr!“ (Kolosser 3,17+22-24).

Das schenkt Demut, vor allem wenn wir einer Arbeit nachgehen, die wir zwar mögen, über die wir aber doch immer wieder schimpfen. Wie können wir tun, wozu Paulus jeden Nachfolger Christi drängt? In der oben genannten Bibelstelle finden wir einige Hinweise:

Wir sollten Christi Charakter reflektieren. Wir sollen unsere Arbeit so tun, dass sie den Charakter Gottes widerspiegelt, so als mache Jesus selbst den Job. Eine gute Frage, die wir uns stellen können, wenn wir uns an die Arbeit machen, ist: „Was würde Jesus tun?“.

Auf die richtige Herzenshaltung kommt es an. Es ist eine Sache, sich gut darzustellen, wenn wir wissen, dass uns jemand zuschaut. Aber wie verhalten wir uns, wenn wir denken, dass es niemand sieht? Auch wenn unsere menschlichen Chefs nicht anwesend sind, so ist doch der allgegenwärtige Gott da, der will, dass wir Ihn ehren.

Wir werden belohnt werden. Wir haben keine Garantie, dass Menschen unsere herausragende Arbeit anerkennen werden, aber wir haben Gottes Versprechen, dass Er unsere Sorgfalt und Treue belohnen wird.

 

© 2019. Robert J. Tamasy ist Vizepräsident von Leaders Legacy, Inc., einer gemeinnützigen Organisation in Atlanta, Georgia, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
CBM C INTE RNAT IONA L: Jim Firnstahl, President. Tel.: +1 402 431 0002 – Fax: +1 402 431 1749 Address: 1065 N. 115th Street, Suite 210,
Omaha, Nebraska 68154, USA E-Mail: jmarple@cbmcint.org – Internet: www.cbmcint.org (IVCG-Manna Nr. 838/ 44. KW 2019)