Leben außerhalb der Komfortzone (Robert J. Tamasy)

12.08.2019

Manche Menschen lieben das Risiko. Sie sind die ersten, die Fallschirmspringen oder Bungee Jumping ausprobieren. Sie wählen im Restaurant etwas, das sie noch nicht kennen, das exotische Menü, das kaum jemand nimmt. Statt einen sicheren Arbeitsplatz bei einem alteingesessenen Unternehmen anzunehmen, machen sie sich selbstständig, ohne Erfolgsgarantie, aber sicher, dass sie nicht bereuen wollen, ihren Traum nicht verfolgt zu haben.

Ich bewundere solche Menschen, denn ich habe in meinem Leben häufig der sicheren Option den Vorzug gegeben, die oft auch der Weg des geringsten Widerstandes und Stresses war. Ich traf vorsichtige, gut durchdachte Entscheidungen und blieb bei dem, was sich gut anfühlte. Meine lohnendsten Erfahrungen machte ich jedoch dann, wenn ich meine Komfortzone verließ. Daran wurde ich neulich in einem Vortrag über „Leben außerhalb der Komfortzone“  erinnert. Das kann vieles bedeuten: die Bereitschaft, neue Ideen in Erwägung zu ziehen, sogar solche, die unsere Ansichten und unser Verständnis herausfordern, im Lieblingsrestaurant etwas ganz anderes zu probieren, oder sogar, in ein neues, ungewohntes Restaurant zu gehen!

In meinem Berufsleben fanden viele meiner lohnendsten Errungenschaften außerhalb meiner Komfortzone statt: bei meinem ersten Versuch, einen Artikel für ein Magazin einzureichen, trotz des Risikos, abgelehnt zu werden, bei meiner ersten Zusammenarbeit mit einem anderen Autor, als ich eine Arbeit annahm, für die ich meine finanziellen Mittel selbst einwerben musste, ohne garantiertes  Einkommen, als ich trotz meiner Schüchternheit als Redner zusagte.

Auch geistlich war es so. Als ich von einem Jüngerschaftsprogramm hörte, fragte ich einen guten Freund, ob er mein Mentor werden wolle. Stattdessen schlug er mir vor, selbst Mentor zu werden. Ich fühlte mich zwar nicht sehr geeignet, jemandem beim geistlichen Wachstum zu helfen, empfand diese Erfahrung aber als eine der erfüllendsten, die ich jemals hatte. Und fand heraus, dass die Person, die am schnellsten Wachstum erfuhr, ich selber war!

Geistlich gesprochen ist die größte Erfahrung außerhalb unserer Komfortzone die, Jesus Christus unser Leben anzuvertrauen, nicht nur aus Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, sondern auch für das Leben vor dem Tod, z.B. am Arbeitsplatz. Wenn wir gemäß biblischer Prinzipien Geschäfte machen oder arbeiten, ist das definitiv außerhalb unserer Komfortzone, vor allem wenn es dem widerspricht, was um uns herum so üblich ist. Hier nur einige der Dinge, die die Bibel dazu sagt:

Integer bleiben, auch wenn unsere Konkurrenten ganz anderen Praktiken folgen als denen, die Gottes Standard entsprechen. Es braucht Glauben, um es nicht den  anderen gleichzutun. „Wer ehrlich ist, lebt sicher und gelassen; wer aber krumme Wege geht, wird irgendwann ertappt.“ (Sprüche 10,9).

Gott trotz widriger Umstände vertrauen. Manchmal wird uns der Boden unter den Füßen weggezogen, wir verstehen nicht und wissen nicht, wie wir aus einer Situation wieder herauskommen. Häufig benutzt Gott solche Umstände, um uns zu lehren, außerhalb unserer Komfortzone zu leben und stattdessen bei Ihm Trost zu finden. „Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!“ (Jesaja 41,10).

© 2019. Robert J. Tamasy ist Vizepräsident von Leaders Legacy, Inc., einer gemeinnützigen Organisation in Atlanta, Georgia, USA.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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