Lebenslauf oder Trauerrede – was ist Ihnen wichtiger? (Jim Mathis)

27.01.2020

In der modernen Gesellschaft werden wir ermutigt, an unserem Lebenslauf zu arbeiten. Die Fragen sind stets: Was haben wir erreicht? Welche Fähigkeiten haben wir? Welche Titel? Wieviel Geld verdienen wir?

Doch am Ende ist es besser, über unsere Trauerrede nachzudenken. Was wird unsere Familie, was werden unsere Freunde bei unserer Beerdigung über uns sagen? Sie werden kaum bzw. höchstens beiläufig über unsere Arbeit sprechen. Sie werden viel eher darüber sprechen, wie wir als Mensch waren. Werden Sie über unsere Integrität und Ehrlichkeit reden? Wird jemand erwähnen, dass wir immer das Beste aus allem gemacht haben?

Ist unser Leben geprägt von Liebe, Freude, Frieden Geduld, Freundlichkeit, Güte und  Selbstbeherrschung wie es die Bibel in Galater 5, 22-23 beschreibt? Oder sind wir nur eine Liste von Errungenschaften?

Nie habe ich den Pfarrer bei einer Beerdigung eine Liste von Besitztümern vorlesen hören. Dieser Gedanke kam mir, weil meine Mutter vor einigen Monaten verstarb. Bei ihrer Beerdigung sprach eine Person nach der anderen über das, was sie zur Gemeinschaft beigetragen hatte, und über die engen Beziehungen, die sie pflegte. Manche sprachen über ihre Geduld, ihre liebevolle Art und ihre immer positive Einstellung. Niemand kommentierte ihre finanzielle Situation, auch wenn einige über ihre Karriere sprachen und darüber, dass es eine Freude gewesen sei, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Es ist eine kollektive Sünde, dass wir Menschen aufgrund ihrer Position oder ihres Geldes unverdiente Ehre zuteilwerden lassen. Umgekehrt bringen wir Menschen mit geringen Einkommen oder in weniger angesehenen Berufen nicht den nötigen Respekt entgegen. Das ist genau das Gegenteil von
dem, was Gottes Willen ist. Die Bibel nimmt klar Stellung, dass wir keine Vorurteile haben sollten und niemanden bevorzugen sollten.

In Jakobus 2,5 heißt es: „Hört mir gut zu, liebe Brüder und Schwestern: Hat Gott nicht gerade die erwählt, die in den Augen dieser Welt arm sind? Sie sollen im Glauben reich werden und einen Platz in Gottes Reich haben, das er allen zugesagt hat, die ihn lieben.“

Matthäus 6,19-21 erinnert uns daran, dass wir uns nicht auf weltliche Reichtümer verlassen sollen, sondern Reichtümer im Himmel sammeln sollen. „Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“

Lukas 12,15 fügt hinzu: „Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.“ Wir sind nicht unser Besitz. Unser Geld, unsere Häuser und Autos sind außerhalb unserer selbst. „Dinge“ sind zeitlich, können uns helfen, beschweren uns aber häufig auch. Unsere Erfahrungen, unsere Ausbildung und unsere Beziehungen, und in erster Linie unsere Beziehung zu Gott machen uns aus, zusammen mit Eigenschaften wie Integrität, Liebe, Freude und Frieden.

Wenn wir sterben, werden wir alle Besitztümer zurücklassen, doch die Herzen, die wir berührt haben, das, was wir bewirkt haben, wird weiterleben – wie im Himmel so auf Erden.