Sein Handwerk verbessern (Jim Mathis)

20.05.2019

In unserer wettbewerbsträchtigen Geschäfts- und Arbeitswelt würden wir alle gerne die neueste und großartigste Innovation entdecken, die Idee, an die noch niemand gedacht hat, die uns auf den schnellen Weg zum Erfolg bringen würde. Aber hier ist ein besserer Vorschlag: Arbeiten Sie einfach daran, in dem besser zu werden, worin Sie schon am besten sind.

Es heißt, Selbstständige bräuchten mindestens die Hälfte der Zeit dazu, ihr Handwerk zu verfeinern, Neues zu lernen oder ihr Produkt zu verbessern. Auf Produkten lesen wir häufig: „Jetzt noch besser“. Wäre es nicht gut, wenn man von uns und unserer Arbeit das Gleiche behaupten könnte?

Ich habe schon immer viel Zeit mit Lesen und Experimentieren verbracht, ich besuchte Seminare, Workshops und Messen. 23 Jahre lang entwickelten und druckten meine Frau und ich Schwarz-Weiß-Filme. Das ist heute natürlich ein obsoletes Handwerk. Es gibt keine Schwarz-Weiß-Filme mehr. Doch das war für mich nie ein Problem, weil ich mich schon frühzeitig auf die digitale Fotografie verlegt hatte. Als ich vor 20 Jahren merkte, dass ich nicht den Rest meines Lebens mit dem Entwickeln von Filmen verbringen würde, umarmte ich den Wandel und begann, alles über digitale Kameras und den Gebrauch des Computers zur Verbesserung von Fotos zu lernen.

Doch nicht nur Selbstständige sollten die Hälfte ihrer Zeit mit Lernen verbringen. Einige Arbeitgeber bieten ständige Fortbildungen für ihre Beschäftigten an, viele aber auch nicht – und wenn, sind sie häufig sehr begrenzt und jobspezifisch. Aus diesem Grund trifft man oft Menschen an, die mit den Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz oder neuen Technologien nicht Schritt halten können. Einige müssen mit Entsetzen erkennen, dass ihr Berufsbild überholt ist.

Dies erinnert mich an einen Vers im Alten Testament der Bibel, in dem eine Gruppe von Führungskräften im alten Israel beschrieben wird. Es waren „vom Stamm Issachar 200 Offiziere mit ihren Truppen; diese Männer konnten den Lauf der Dinge richtig einschätzen und wussten, was Israel zu tun hatte.“ (1. Chronik 12,33). Es wird zwar nicht weiter darauf eingegangen, um welche Veränderungen oder zu berücksichtigende Faktoren es sich handelte, es wird aber klar, dass sie sich an die Geschehnisse anpassen mussten.

Auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringen wird, so weiß es doch Gott in Seiner Allwissenheit. Während wir uns darum bemühen, „letztlich für ihn und nicht für die Menschen“ zu arbeiten (Kolosser 3,23), können wir beten und den Herrn um Weisheit bitten, wie auch wir Schritt halten und unser Handwerk verbessern, unsere Fähigkeiten verfeinern und uns an das sich verändernde Arbeitsumfeld anpassen können.

In 1. Korinther 3,9 heißt es, „Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk.“ Als solche sollten wir bereit sein, auf die sich immer schneller verändernde Welt um uns herum zu reagieren. Statt uns gegen Veränderungen zu wehren, können wir die Tatsache umarmen, dass verbesserte Technologien keine Arbeitsplätze kosten, sondern uns erlauben, mehr und besser zu arbeiten. Sie bieten einzigartige Gelegenheiten, unser Handwerk zu verbessern.

Wie wäre es, wenn wir uns für den Rest des Jahres das Ziel setzen würden, mehr Zeit mit Lernen zu verbringen, nicht nur um unsere Karriere voranzubringen, sondern auch um eine noch interessantere, noch kompetentere Person zu werden?

© 2019. Jim Mathis besitzt in Overland Park, Kansas, ein Fotostudio und betreibt eine Schule für Fotografie.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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