Warten: Ein „Spiel“, das niemand gerne spielt (Rick Boxx)

01.07.2019

Viele von uns finden sich täglich in der sprichwörtlichen Tretmühle wieder, hetzen von Termin zu Termin aus Angst, zu versagen oder eine einmalige Chance zu verpassen. Geduld steht nicht hoch im Kurs. Wir  befürchten, abgehängt zu werden.

Warten ist ein „Spiel“, das kaum jemand gerne spielt. Wir wollen, was wir wollen – und wir wollen es jetzt. Was auch immer „es“ ist.

Vor einiger Zeit traf ich einen erfolgreichen Geschäftsmann, der dies zugab. Er erzählte mir, dass es ihm sehr schwerfalle, „auf den Herrn zu warten“. Er befand sich in einer Zeit des Übergangs, war bereit, weiterzugehen, aber Gott ließ ihn noch nicht. Er fand sich also im „Wartezimmer“ Gottes wieder.

Getriebene, zielorientierte Geschäftsleute haben häufig aus vielerlei Gründen damit zu kämpfen, geduldig auf  Gottes Führung zu warten, sie möchten selber vorpreschen. Wenn wir gezwungen sind, zu warten, haben wir das Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben, den Umständen ausgeliefert zu sein.Wir sind handlungsorientiert und denken, dass das Pausieren von frenetischer Aktivität eine schreckliche Verschwendung von Zeit und Energie sei.

Doch wenn wir eine biblische Perspektive einnehmen, entdecken wir, dass Gott Seine größten Taten dann vollbracht hat, wenn Er Seine Leute zuvor warten ließ.

In Apostelgeschichte 16 wurde dem Apostel Paulus und seinen Begleitern beispielsweise nicht erlaubt, in eine bestimmte Gegend zu reisen: „Auch als sie in die Gegend von Mysien kamen und weiter nach Norden in die Provinz Bithynien reisen wollten, erlaubte es ihnen der Geist von Jesus nicht.“ (Apostelgeschichte 16,7). Bestimmt fragten sie sich, warum, da sie ja wussten, dass die Menschen dort die Gute Nachricht hören sollten, die sie so gerne weitergeben wollten.

Tatsächlich wurde Paulus sogar zweimal daran gehindert, seinen Plan zu verfolgen. Später erfuhr er jedoch den Grund für die Verzögerung. Indem er auf den Herrn und Seinen Zeitplan wartete, konnte Paulus schließlich stattdessen eine lebendige Gemeinde in Mazedonien gründen. Gott, so  stellte sich heraus, hatte eine bessere Idee.

In dem von Israels König David geschriebenen Psalm 37 lesen wir eine Liste von Handlungsverben: „Verlass dich auf den Herrn und tue Gutes!… Freue dich über den Herrn… Befiehl dem Herrn dein Leben an und vertraue auf ihn…“ Solche Worte hören wir gerne. Doch dann lesen wir, „Warte still und geduldig darauf, dass der Herr eingreift!“ (Psalm 37,7).  Im Vers 34 desselben Psalms lesen wir, „Hoffe auf den Herrn und tue, was er dir sagt!“.

Wenn wir solche Anweisungen lesen, wollen wir antworten, „Was? Warten? Warum das? Es gibt so viel zu tun!“. Oft erkennen wir im Nachhinein, dass Gottes Pläne und Timing anders sind als das, an was wir denken – und besser. Wenn Sie sich von Gott gelähmt fühlen, denken Sie daran, dass Er den Anfang und das Ende kennt. Und unser himmlischer Vater weiß, was das Beste ist.

Copyright 2019, Unconventional Business Network, früher Integrity Resource Centre, Inc.
Aus „Integrity Moments with Rick Boxx“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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