Wenn Scheitern zum Erfolg (Rick Boxx)

13.01.2020

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Unternehmensberater wurde ich von einem Hypothekengeber namens Tom für ein Beratungsprojekt angefragt.

Während eines ersten Gesprächs erklärte ich ihm meinen biblischen Beratungsansatz. Da wurde Toms Blick auf einmal eisig. Unsere Besprechung kam zu einem abrupten Ende. Tom konnte mit meiner Vorgehensweise offensichtlich nichts anfangen; dass ich mit dem Projekt nicht betraut wurde, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Da ich noch nicht viel Erfahrung als Unternehmensberater hatte, hakte ich es als Scheitern meinerseits ab. Ich fragte mich, was ich hätte anders machen können, bereute es aber nicht, von meinem Glauben und wie dieser meine Berufstätigkeit beeinflusst, erzählt zu haben. Wie der Apostel Paulus schrieb, „Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Denn sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit, die darauf vertrauen…“

Außerdem war mir klar, dass unsere Zusammenarbeit sowieso gescheitert wäre, da wir nicht das gleiche Wertesystem teilten. Eine der praktischsten biblischen Mahnungen findet sich in 2. Korinther 6,14, wo es heißt: „Zieht nicht an einem Strang mit Leuten, die nicht an Christus glauben. Was haben denn Gottes Gerechtigkeit und die Gesetzlosigkeit dieser Welt miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam?“. Das bedeutet nicht, dass ich Tom und seine Werte verurteilte, aber es erinnerte mich daran, dass wir nicht dieselben Ziele haben konnten.

Doch was ich als Scheitern betrachtet hatte, erwies sich ganz anders. Zwei Jahre später erzählte mir Toms Bruder, dass Tom stattdessen jemanden beauftragt hatte, der seiner Firma 40.000 $ stahl. Offensichtlich teilte diese Person meine biblischen Werte nicht!

Durch diese Erfahrung begab Tom sich auf eine spirituelle Reise, die dazu führte, dass sein Leben durch eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus völlig verändert wurde. Was ich als Scheitern angesehen hatte, war letztlich Gottes Erfolg.

Solche Geschichten sind kein Einzelfall, wir finden sie häufig in der Bibel. Als Mose beispielsweise den Pharao bat, die Israeliten aus der Sklaverei zu befreien, und der Pharao ablehnte, fühlte er sich als Versager. Doch in 2. Mose 11,9 lesen wir, dass der Herr Mose vorgewarnt hatte: „Der Pharao wird nicht auf euch hören. Das soll so sein, damit ich in Ägypten viele mächtige Wunder tun kann.“ Gott benutzt oft vermeintliches Scheitern, um Seine Macht zu zeigen und Seinen Willen geschehen zu lassen.

Wichtig ist nicht, dass wir die erhofften Resultate erzielen, sondern dass wir Gott gehorchen, auch wenn wir dadurch mit unseren eigenen Zielen scheitern. Gehorsam Gott gegenüber ist Erfolg, auch wenn es zunächst wie Scheitern aussieht, und Er freut sich, uns zu zeigen, wie Er aus Versagen einen Erfolg machen kann, der alle unsere Erwartungen übertrifft.

Das Buch der Sprüche hat viel dazu zu sagen; so ermutigt uns Sprüche 16,3: „Vertraue dem Herrn deine Pläne an, er wird dir Gelingen schenken.“. Das heißt nicht, dass alles so werden muss, wie wir es erwarten, aber Gott wird uns am Ende zum Erfolg führen – manchmal über unsere Erwartungen hinaus.

Sprüche 16,9 rät uns außerdem, nicht überrascht zu sein, wenn der Herr unsere Pläne ändert: „Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.“ In einem anderen Vers heißt es: „Der Herr lenkt die Schritte des Menschen; wie kann der Mensch wissen, wohin sein Weg ihn führt?“ (Sprüche 20,24). Wir können darauf vertrauen, dass unser Vater das Beste für uns im Sinn hat.