Zuviel des Guten (Rick Boxx)

06.05.2019

Im Leben, und besonders im Geschäftsleben, sollen wir – so sagt man – „nicht alles auf eine Karte setzen“. Ihr Unternehmen spielt mit dem Risiko, wenn es nur einen großen Kunden – oder im Falle einer Non-Profit-Organisation nur einen Hauptspender – und damit nur eine Einnahmequelle hat. Wenn dann etwas schiefgeht, kommt es in große Nöte.

Kleinunternehmen starten manchmal mit nur einem Hauptkunden. Zunächst geht alles gut, die Verkaufszahlen sind hoch, die Einnahmen fließen – bis dieser Kunde dann eines Tages aus welchen Gründen auch immer abspringt. Das scheinbar so verlässliche Einkommen ist plötzlich weg und jeder kämpft ums Überleben.

Ein weiteres Problem ist der Einfluss, den dieser eine Hauptkunde ausüben kann. Immer wenn Ihr Einkommen zu sehr von einem einzelnen Kunden oder Spender abhängt, können Sie unter Druck geraten, ungesunde Zugeständnisse zu machen. Es kann schmeichelhaft sein, wenn von einer Quelle so viel in Ihre Arbeit investiert wird. So können wir jedoch leicht in die Versuchung geraten, unserer Mission untreu zu
werden und Entscheidungen zu treffen, die darauf abzielen diese Quelle zufrieden zu stellen und zu halten.

Was ist die Lösung? Die Antwort ist ziemlich einfach: Diversifizierung. Meine von Experten bestätigte Erfahrung ist, einen Kunden am besten auf maximal 15 Prozent unseres Einkommens zu beschränken. Es mag hart sein, „nein“ zu sagen, vor allem wenn uns ein potenziell  signifikantes Einkommen in Aussicht gestellt wird. Doch es ist besser, eine größere Bandbreite an Einnahmequellen zu pflegen, als mit den schlimmen Konsequenzen umgehen zu müssen, wenn wir einen Kunden verlieren, der für unseren Hauptumsatz verantwortlich war.

Dies findet sich auch in den großen, zeitlosen Weisheiten der Bibel wieder. So riet König Salomo, „Verteil deinen Besitz auf möglichst viele Stellen, denn du weißt nicht, ob ein großes Unglück über das Land kommt und alles zerstört.“ (Prediger 11,2).

Es gibt weitere Gründe, die dafürsprechen, unsere Arbeit und unsere Finanzen zu diversifizieren, z.B. den Wunsch, als Gottes Botschafter eine breitere Wirkung in unseren Gemeinden, Städten und auf der ganzen Welt zu erzielen. So schreibt der Psalmist „Glücklich ist, wer dem Herrn in Ehrfurcht begegnet und große Freude hat an seinen Geboten!… Er lässt sich nicht erschüttern und hat keine Angst, denn er weiß, dass er über seine Feinde triumphieren wird. Großzügig schenkt er den Bedürftigen, was sie brauchen; auf seine Barmherzigkeit kann man immer zählen.“ (Psalm 112,1+8-9).

Diese Bibelstelle spricht zwar besonders von den Bedürftigen, aber das Prinzip stimmt. Wir können effektiver dienen und für Gott noch mehr Frucht bringen, wenn wir den Gebrauch unserer Zeit, Energie und Ressourcen diversifizieren.

Dies erinnert uns an Jesu Parabel von den Talenten in Matthäus 25,14-30. Ein Mann vertraut drei Verwaltern sein Vermögen an, während er ins Ausland reist. Zwei der Verwalter investieren das Geld weise und können es ihrem Herrn mit Zugewinn zurückgeben. Der dritte versteckte das, was ihm anvertraut war, einfach, und als der Herr zurückkam, hatte er nichts dazuverdient. Wenn wir als Geschäftsleute, aber auch als Diener Gottes, wachsen wollen, müssen wir diversifizieren. Dabei werden wir stärker.

Copyright 2019, Unconventional Business Network, früher Integrity Resource Centre, Inc.
Aus „Integrity Moments with Rick Boxx“, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht.
Übersetzung: Susanne Nebeling-Ludwar, Tübingen: S.Ludwar@gmx.de
Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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